Geschichte des Vereins

Unsere Geschichte

Die Zeit vor 1945

Am 5. Februar 1947 wurde der Burschenverein wiedergegründet.

Die Traditionen, die wir für die kommenden Generationen erhalten, sind aber viel älter. So findet sich eine der ersten Erwähnungen des Faschingsumzuges in der Eggendorfer Pfarrchronik.

Auszug Pfarrchronik Eggendorf
Auszug aus der Eggendorfer Pfarrchronik

Die erste vereinsmäßige Organisation

Vor der Entstehung des Burschenvereines war es Aufgabe der Rekrutenjahrgänge, Sitten und Gebräuche zu erhalten.

Im Jahr 1909 wurde der Burschenverein zum ersten Mal gegründet. Beim Pflügen auf Zillingdorfer Feld wurde ein Burschenabzeichen aus dem Jahr 1909 gefunden. Ein erst vor kurzem wiederentdecktes Foto zeigt die Burschen einheitlich im Anzug mit genau diesem Anstecker. Ein deutlicher Hinweis, dass es sich hier um die Burschen des ersten Vereines handelt.

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Das Abzeichen von 1909

 Genauere Belege,  Dokumente oder Protokolle gibt es keine, aber da in dieser Zeit viele Vereine gegründet wurden, lässt sich der Schluss ziehen, dass 1909 die vormals private Tätigkeit vereinsmäßige Strukturen angenommen hat.

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Die Burschen im Jahr 1909

 

 Im Einfluss der Kirche

Nach dem ersten Weltkrieg nahm sich die Kirche des Burschenvereines an, die Pfarrchronik spricht 1924 von einem farblosen Verein. Dieser wurde jedoch im selben Jahr aufgelöst und stattdessen eine Reichsbundgruppe gegründet. Zu Zeiten des 50-jährigen Gründungsjubiläums noch lebende Zeitzeugen konnten bestätigen, dass es sich dabei um den Burschenverein der Zwischenkriegszeit handelte.

Der Verein dürfte damals sehr aktiv gewesen sein. Am 12. Juni 1927 wurde die Fahnenweihe gefeiert. Neben der Traditionspflege gab es damals sogar eine eigene Fußballsektion mit dem Spitznamen „Die Ölberger“.

Im Jahr 1930 wurde ein unabhängiger Mädchenbund gegründet, sozusagen ein weibliches Pendant zum Reichsbund der Burschen.

Damals rückte der vormals farblose Verein durch den Einfluss der Kirche ins christlich-soziale Lager. Damit gingen auch die politischen Unruhen dieser Zeit nicht spurlos an den Burschen vorüber. Nicht nur, dass ein Teil der Burschen ausgeschlossen wurde, nach dem Anschluss 1938 wurden sogar alle katholischen Vereine durch die Nationalsozialisten aufgelöst und das Vermögen beschlagnahmt. Dieses dürfte zwar nicht so üppig gewesen sein, schade ist es jedoch um Aufzeichnungen oder Vereinsgegenstände aus dieser Zeit.

Foto: Franz Baldauf

Foto: Franz Baldauf
Burschenfahne von 1927
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Fahnenweihe

Die Fahne wurde im Rahmen des Kindergartenumbaus 1999/2000 wiedergefunden und von der Gemeinde restauriert.

 

Nachkriegszeit

Nach dem zweiten Weltkrieg knüpften die Burschen an die alten Traditionen an und hielten bereits 1946 wieder einen Faschingsumzug ab. Dieser Umzug dürfte aber in nicht so geordneter Form wie heute abgelaufen sein. Niederschriften von Zeitzeugen sprechen von „wilden Umzügen“. Als 1947 wieder ein Umzug abgehalten werden sollte, drängte der damalige Bürgermeister Ambros Steyrer auf Ordnung und verlangte eine formelle Vereinsgründung.

So wurde der Burschenverein am Mittwoch, den 5. Februar 1947 in der Stube der Familie Teusl (jetzt Friedrich Kreuter) Hauptstraße 30 gegründet. Die Burschen waren damals einheitlich mit Steirerjanker, kurzer Lederhose und weißen Kniestrümpfen gekleidet.

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Die Burschen 1948

Bei den zur Vereinsgründung erforderlichen Statuten wurde lediglich darauf geachtet, dass sich keine nationalsozialistische Organisation mit Tarnmantel wiederbildet. Da sich keine Personen mit einem solchen Hintergrund im Verein befanden, wurde der Gründung stattgegeben. Die zur Vereinsgründung erforderlichen Statuten wurden im Jahr 1985 als nicht mehr zeitgemäß angesehen und die Aufgabenverteilung des Ausschusses sowie dessen Zusammensetzung angepasst. Auf Drängen der Behörden kam es 1986 zur großen Statutenänderung, der Verein bekam seinen heutigen Gemeinnützigkeitsstatus.

 

„Einigkeit“ heute

Der Burschenverein ist bis heute unpolitisch. Die Vereinstracht die zu hohen Anlässen getragen wird besteht aus schwarzer Hose und weißem Hemd mit dem Stoffabzeichen auf  der linken Brust. Diese Abzeichen wurden 1978 angeschafft.

Daneben gibt es auch ein Polo-Shirt, das von den Burschen, oft in Kombination mit dem Burschenhut, zu anderen Anlässen getragen wird.

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Obmänner des Vereines